Kern GmbH aktuell.

Mediengestalter*in Digital und Print

 MG 3331

Mediengestalter*innen bereiten digitale und analoge Daten wie Bilder, Texte und Grafiken auf und fügen sie zu einem Medium zusammen. Während frühere Berufe wie Schriftsetzer*in, Reprograf*in und Druckvorlagenhersteller*in noch überwiegend händisch gearbeitet haben, ist der Computer für Mediengestalter*innen der Dreh- und Angelpunkt. Die duale Ausbildung wird in drei Fachrichtungen unterschieden.

In der Fachrichtung Gestaltung und Technik planen Mediengestalter*innen die Produktionsabläufe und gestalten Medienprodukte. Im Printbereich werden mit Satz- bzw. Layoutprogrammen Daten für den Druck erstellt. Hier sind neben Kreativität vor allem auch Sorgfalt und ein gutes Gespür für Formen und Farben gefragt.

Neben der gestalterischen Tätigkeit, etwa im Agenturumfeld, kommen Mediengestalter*innen auch in der Druckvorstufe zum Einsatz. Der Schwerpunkt liegt hier in der Prüfung und Aufbereitung von Druckdaten, das Erstellen von farbverbindlichen Prüfdrucken sowie das sogenannte Ausschießen – also das Zusammenstellen von einzelnen digitalen Seiten zu einer Druckform, die im Anschluss auf eine Druckplatte belichtet werden. Dabei sind ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Verständnis, etwa die Zusammenhänge zwischen Bedruckstoff und Farbwiedergabe aber auch Kenntnisse über Druck- und Weiterverarbeitungstechniken das A und O.

Im Non-print-Bereich erstellen Mediengestalter*innen zum Beispiel Grafiken und Animationen oder Internetseiten – angefangen vom Layout über das Coden mit HTML bis hin zu Integration, Konfiguration und Pflege von Content Management Systemen. Gefordert sind hierbei ein grundlegendes Verständnis für Programmabläufe und gute Englischkenntnisse.

Mediengestalter*innen mit der Fachrichtung Beratung und Planung sind in erster Linie im kaufmännischen Bereich tätig. Sie betreuen und beraten die Kund*innen, erstellen Angebote und planen Projekte mit dem jeweiligen Zeit- und Kostenrahmen. Da sie bei der Akquise mitwirken, gehören sie oft zu den ersten Ansprechpersonen. Dabei hilft ein selbstbewusstes und freundliches Auftreten.

Die dritte Fachrichtung nennt sich Konzeption und Visualisierung. Mediengestalter*innen, die sich darauf spezialisieren entwickeln Konzeptionen für Medienprodukte wie Zeitschriften, Werbebroschüren oder Internetseiten. Sie prüfen anhand der Aufgabenstellung der Kund*innen die technische Umsetzbarkeit, führen Zielgruppenanalysen durch und wenden qualitätssichernde Maßnahmen und Kontrollverfahren an. Wie bei den anderen Fachrichtungen sind auch hier Fertigkeiten und Kenntnisse erforderlich, die über das eigene Berufsbild hinausreichen.

Das Aufgabenspektrum von Mediengestalter*innen ist bei Kern sehr weit gefasst. Von der klassischen Druckvorstufe über eine eigene Print-Agentur bis hin zu digitalen Medien ist alles unter einem Dach vereint. Damit können praktisch alle Lernbereiche für die Ausbildung zur Mediengestalter*in abgedeckt werden. Darüber hinaus erhalten Azubis umfassende Einblicke in die mit dem Berufsbild verknüpften Bereiche, etwa Marketing und Vertrieb, Druck mit unterschiedlichsten Verfahren und die komplette Druckweiterverarbeitung.

Die duale Berufsausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Der schulische Teil der dualen Ausbildung wird am TGBBZ II in der Außenstelle Saarbrücken-Malstatt vermittelt. Der Rhythmus ist üblicherweise eine Woche Schule, zwei Wochen im Betrieb. Im Zweiten Ausbildungsjahr muss eine Zwischenprüfung absolviert werden, die Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung im dritten Jahr ist. Die Abschlussprüfung gliedert sich in einen schriftlichen Teil und einen praktischen Teil. Für einen Teil der praktischen Prüfung gibt es eine Konzeptionsphase von mehreren Tagen, in denen je nach Wahlqualifikation ein Medienprodukt geplant und gestaltet wird. Ein weiterer Teil der praktischen Prüfung erfolgt anschließend unter Aufsicht einer Prüfer*in.

Die Ausbildung zur Mediengestalter*in ist eine interessante Alternative zum Studium und eignet sich darum gut für Schulabgänger*innen mit Hochschulreife aber auch mit einem guten mittleren Bildungsabschluss. Azubis sollten unbedingt einen Sinn für Ästhetik und Gestaltung und ein gutes Auge für Raumaufteilung, Form und Farbe mitbringen. Ein technisches Verständnis ist ebenso Voraussetzung wie ein ganzheitliches Denken. Da Fachliteratur oft nur in Englisch vorliegt sollte ein grundlegendes Leseverständnis vorhanden sein.

Weitere Informationen zur Ausbildung zur Mediengestalter*in Digital und Print gibt es bei der ZFA Druck und Medien und bei planet-beruf.de.

Publication : mercredi 27 mars 2019