Die Unternehmensgeschichte

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Nach der Jahrtausendwende

Die Übernahme der Druckerei Litholaser in Saargemünd im Jahr 2002 eröffnete nicht nur einen neuen Markt im angrenzenden Frankreich, sondern auch einen weiteren Geschäftszweig, der heute zu einem der Kernbereiche in der Produktion geworden ist. Mit einem Seiko Color Painter S64 Plotter, 2009 durch die Mutoh MAXjet 160 ersetzt, können Großformatdrucke bis zu einer Rollenbreite von 160 cm gedruckt sowie anschließend laminiert und verarbeitet werden. Die Materialbandbreite reicht dabei von opaken und transparenten Vinylfolien über PVC-Planen bis hin zu Textilstoffen. Ein Mimaki CG 160 FX Schneidplotter ergänzt die Möglichkeiten der Verarbeitung. So können nicht nur einfarbige Vinylfolien, sondern auch bedruckte und laminierte Folien in Form geschnitten werden.

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde die Mailingproduktion weiter ausgebaut. Mailings wurden nun mit mehreren Inkjet-Personalisiereinheiten und zwei Pitney Bowes Post Star Vitesse Kuvertiermaschinen produziert. Eine im Sondermaschinenbau hergestellte Mailinganlage ermöglichte inline Falzen, Personalisieren, Aufspenden von Response-Elementen, Verkleben und Perforieren in einem Arbeitsgang und damit die effiziente Produktion von Selfmailern. Die jährliche Ausbringungsmenge konnte so auf über 10 Millionen Mailings gesteigert werden. Um dem wachsenden Qualitätsanspruch der Kunden gerecht werden zu können, wurden erste Mailings und Selfmailer von der Deutschen Post zertifiziert. Der Lettershop intensivierte die Zusammenarbeit mit der Post, so dass die Kern GmbH seit 2006 offiziell zu den Performance Partnern der Deutschen Post gehört.

Mit einer OCÉ CPS 900 (7-farbig) und der OCÉ Varioprint 2100, später auch einer OCÉ Varioprint 6250 (beide schwarzweiß) wurde eine neue Digitaldruckabteilung aufgebaut. Die neuen Digitaldruckmaschinen wurden vorwiegend in der Mailingproduktion eingesetzt, sei es für einfarbige Laserpersonalisierung von im Offset vorgedruckten Bogen, oder für komplett farbig personalisierte, digital gedruckte Mailings. Daneben ermöglichten beide Schwarzweiß-Digitaldruckmaschinen den Einstieg in den Print-on-Demand-Sektor. Kleinauflagige Drucksachen wie Bücher, Broschüren, Visitenkarten, Flyer und DIN A3-Plakate konnten so schnell, flexibel und kostengünstig produziert werden.

Die bisherige Offsetdruckstraße wurde 2005 durch eine Heidelberg Speedmaster 8C 4/4 ersetzt. Dank automatischer Bogenwendung und drastisch verkürzten Rüstzeiten konnte eine Verdoppelung der Kapazität im 4/4-Farbbereich erreicht werden. Zusammen mit dem eigens für die neue Offsetdruckmaschine errichteten Erweiterungsbau wurden ca. 3 Millionen Euro investiert und die Gesamtproduktionsfläche so auf 1800 m² vergrößert.

Im Zuge der Anschaffung der neuen Offsetmaschine wurde der komplette Workflow in der Druckvorstufe auf den technisch aktuellsten Stand gebracht. Der Filmbelichter wurde durch einen Computer-to-Plate-Plattenbelichter von Heidelberg mit FM-Rastertechnologie ersetzt. Seit April 2008 werden die Druckplatten mit einem Heidelberg Suprasetter 105, SCL Autoloader mit bis zu 19 große Platten pro Stunde im 24-Stunden Betrieb belichtet. Das neu installierte Heidelberg Image Control System gewährleistet seitdem eine konstant hohe Druckqualität, sowohl an der Speedmaster SM 102 6C, als auch an der neuen SM 102 8C.

One-Pass-Productivity ist mit der Installation der Heidelberg Speedmaster SM 102 6C auch bei Kern in den Focus gerückt. Seither können mittels Stanzblechen oder Cito-Systemen in einem Druckwerk nun Weiterverarbeitungsschritte wie Stanzen, Perforieren und Rillen direkt beim Druckvorgang vorgenommen werden. Mit der SM 102 6C waren erstmal auch Veredelungseffekte wie Spotlack im großen Format möglich, die bis dahin nur von der kleinformatigen Speedmaster SM 52 5C+LX produziert werden konnten.

Auch in der Druckweiterverarbeitung wurde dank der Technologiepartnerschaft mit Heidelberg mehr und mehr auf den Heidelberg-Workflow umgestellt. Es wurde in einen Heidelberg Sammelhefter Stitchmaster ST400 und mehrere Heidelberg Falzmaschinen, wie den Heidelberg Stahlfolder KH 82 und zwei TH82 investiert. Damit wurde die Abteilung zu einer der modernsten Weiterverarbeitungen im südwestdeutschen Raum ausgebaut.