Medientechnolog*in Druckverarbeitung

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Druckverarbeitung ist heute weit mehr als einfach nur Bücher binden. So wie sich der Beruf der Drucker*in gewandelt hat, sind auch die Anforderungen der früheren Buchbinder*in gewachsen. Trotz einer Vielzahl neuer Technologien und einem steigenden Grad an Automation zeichnet sich der Beruf nach wie vor durch Handarbeit aus. Medientechnolog*innen Druckverarbeitung warten Maschinen, richten sie ein, steuern und überwachen die Produktionsprozesse, führen Qualitätskontrollen durch und verpacken Zwischen- und Fertigprodukte in Kartons und auf Paletten. Zu den einzelnen Arbeitsbereichen zählen u.a. Schneiden, Binden und Falzen. Sie führen die komplette Endverarbeitung der Druckbogen aus mit allen Zwischenschritten bis hin zu finalen Produkt. Das können einfache Flyer und Plakate sein, hochwertige Magazine und Bücher oder auch komplexe Direct Mailings.

Neben der Fachrichtung Druckweiterverarbeitung (Serie), die bei Kern angeboten wird, gibt es noch die Fachrichtung Buchfertigung (Serie). Es gibt unterschiedliche Wahlqualifikationseinheiten, d. h. modulare Ausbildungsabschnitte, zum Beispiel Klebebindetechnik oder Sammelhefttechnik. Damit lässt sich die Ausbildung individuell und vielseitig gestalten.

Durch die vollstufig ausgebaute Druckweiterverarbeitung erhalten Azubis eine vielfältige und umfassende Ausbildung über die unterschiedlichen Arbeitsbereiche hinweg. Darüber hinaus erhalten sie einen umfassenden Einblick in die Arbeit der vor- und nachgelagerten Produktionsschritte und lernen z. B. die Berufsbilder Medientechnolog*in Druck und Fachkraft für Lagerlogistik kennen. So können sie in abteilungsübergreifenden Teams einen ganzheitlichen Denkansatz entwickeln und damit ihre eigene Arbeit in Gesamtzusammenhang innerhalb des Produktionsprozesses eines Druckprodukts setzen.

Die duale Berufsausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Aufgrund der geringen Ausbildungszahlen gibt es im Saarland keine Berufsschule mehr für Medientechnolog*innen Druckverarbeitung. Die beiden nächstgelegenen Schulen sind in Luxemburg und in Stuttgart, wobei sich Stuttgart mit Verkehrsanbindung und Aufteilung der Schulwochen als die bessere Wahl herausgestellt hat. Hier findet der Unterricht und Schulböcken statt, die zwischen zwei und drei Wochen lang sind. Die Unterbringung während der Schulwochen erfolgt in einem betreuten Wohnheim. Die Kosten hierfür übernimmt Kern.

Im Zweiten Ausbildungsjahr muss eine Zwischenprüfung absolviert werden, die Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung im dritten Jahr ist. Die Abschlussprüfung gliedert sich in einen schriftlichen Teil und einen praktischen Teil, der im eigenen Betrieb durchgeführt wird. Dabei wird unter Aufsicht einer Prüfer*in ein Prüfungsstück gefertigt und in einem situativen Fachgespräch Kenntnisse und Fertigkeiten abgefragt.

Auch wenn keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben ist, empfiehlt sich der mittlere Bildungsabschluss. Azubis sollten handwerkliches Geschick mitbringen, ein gutes technisches Verständnis, Sorgfalt und Spaß an der Arbeit mit Maschinen und dem Medium Papier.

Weitere Informationen zur Ausbildung zur Medientechnolog*in Druckverarbeitung gibt es bei der ZFA Druck und Medien und bei planet-beruf.de.